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start / 2001 / November 2001 / 6. November 2001 / feuilleton / Ein Tauchgang in die mythische Sagenwelt
 
Ein Tauchgang in die mythische Sagenwelt
Eindrucksvolle Stepdance-Show widmete sich dem Kampf zweier Könige um die Liebe einer Frau

"Nun gehet und suchet euer Glück und eure Liebe" gab der Druide Tadgh (Pat Murphy) den Besuchern in der Stadthalle Lauda am Ende mit auf den Nachhauseweg. Doch das Ensemble auf der Bühne entließ sie nicht einfach so in die Kälte der Nacht. Mit mehreren Zugaben verabschiedeten sich die Akteure mit einem tänzerischen Feuerwerk von ihrem Publikum. Genauso, wie sie rund zwei Stunden lang vorher mit "erstaunlicher Beinarbeit" nicht nur sich selbst, sondern auch den Zuschauern "einheizten" und sie dabei stellenweise, zumindest klatschend, ins Programm miteinbezogen. "Celtic Life", eine Geschichte vom Königreich Tara und dem Kampf zweier Rivalen um die Liebe einer Frau.

Was wie die millionenfache Ausgabe eines klassischen Handlungsmusters klingt, gestaltete sich dann aber doch zu einem tänzerischen Leckerbissen. Zumindest für die Freunde des Steptanzes. Denn was die 25 Akteure auf diesem Gebiet zeigten, war "erste Sahne". Kein Wunder, denn einige der besten irischen Tänzerinnen und Tänzer wurden neben weiteren internationalen Darstellern eigens für diese Show verpflichtet. Einige überzeugten bereits bei vorherigen Produktionen etwa bei Lord of the Dance, Riverdance, Feat of Flames, A Chorus Line oder dem Musical Cats.

Da beim Stepdance in erster Linie die Bein-Akrobatik und nicht das gesprochene Wort oder der Gesang im Vordergrund stehen, hat Produzent Jürgen Hehn der Handlung dieser irisch-schottischen Tanz-Show einen Druiden (gespielt von Pat Murphy) "spendiert". Er holt die Besucher immer wieder zurück in die Geschichte, die in Anlehnung an die irische Sage "Das Königreich Tara" entstand. Mit Bass-Stimme erläutert er die Gefühlslage des Königs Eochaidh, dessen Liebe zu Königin Etain unerwidert bleibt.

Als er auch noch seine Geliebte an Midir, eine fremde Gottheit, verliert, beginnt der Kampf der Rivalen. Zwei Schwäne steigen in den Himmel auf der Suche nach dem keltischen Leben.

Der Besucher tauchte gemeinsam mit den Tänzerinnen ein in die mythische Sagenwelt der Kelten. Licht- und pyrotechnische Effekte, letztere allerdings etwas auf Sparflamme lodernd, unterstrichen die Handlung. Bilder und Videoclips auf Großleinwand im Hintergrund vermittelten zusätzliches Flair auf der Reise in eine längst vergangene Welt. Flotter und temperamentvoller Steptanz wechselte sich mit lyrischen Tanzelementen ab und spiegelte immer wieder aus Neue die Gemütsstimmung der beiden Kontrahenten sowie von Königin Etain vor. Szenenapplaus der Besucher unterstrich, dass die Akteure sowie Choreographin Maria McAteer den Nerv des Publikums trafen.

Wenngleich die Kostümauswahl für Midir etwas spärlich ausfiel, der in schwarzer Hose und schwarzem Hemd mit Cowboy-Ledergürtel über die Bühne wirbelte, war dafür alles live. Der Schwerpunkt lag dadurch zwangsläufig auf den Tanzeinlagen, die durch Schwertkampfszenen oder einer Body-Percussion sowie Modern-Balett-Szenen zudem wunderschön verpackt wurden. Ausgereift präsentierte sich auch die Technik, denn jeder der Tänzer hatte an jedem Fuß ein Mikrofon, dass die Step-Bewegungen akustisch eindrucksvoll ins Szene setzte.

Wer auf irische Weisen steht, kam ebenfalls auf seine Kosten. Musiker der Formation "Scapa Flow", eine der besten irisch-schottischen Live-Folk-Bands, begleitete mit ihren Whistles, Bagpipes, Fiddles und Borans musikalisch perfekt die Show. Sänger Craig Herbertson wurde mit seiner Gitarre sogar teilweise in die Handlung miteinbezogen: Mit Solosongs zwischen Tanzszenen. Irisches Lebensgefühl kommt in der Symbiose von irischer Musik und traditional Stepdance eben am besten rüber.

 
 
   
   

 

 
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